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Sind Sie schon mal so richtig ausgenutzt worden? Über den Tisch gezogen, belogen und betrogen worden? Ist Ihnen im Moment der Erkenntnis, an dem Punkt an dem Sie festgestellt haben was passiert ist förmlich das Adrenalin ins Mark geschossen? Und hatten Sie nur noch einen Wunsch: Das zahl’ ich dem bzw. der heim? Halten Sie einen Moment inne, denn das ist ein hochinteressanter Scheideweg. Ich weiß, der Beitrag ähnelt dem letzten, hat aber einen ganz anderen Tenor …

Dienstag Mittag, 15,23 Uhr. Der Telefonhörer ist gerade aufgelegt. Sie haben noch den süffisanten Ton Ihres einstigen Kooperationspartners im Ohr. Die letzten Bemerkungen liegen förmlich noch als Sprechblase in der Luft und Sie registrieren, dass Sie gelinkt wurden. Über Monate ausgenutzt und für falsches Vertrauen und Gutgläubigkeit hart bestraft. Obwohl Sie ein friedliebender Mensch sind, Mißgunst und Rachsucht für Sie – wenn nicht Fremdworte – diese doch im aktiven Wortschatz nicht präsent sind: Jetzt fühlen Sie Vergleichbares. Das ist der Moment, wenn Sie dieser Energie bewusst nachspüren müssen. Schauen Sie weniger auf das widerwärtige Ereignis, als auf genau diese Energie. Diese gilt es nämlich jetzt zu nutzen:

Hey, mal ehrlich: das Ding ist vorbei! Okay, Sie haben verloren. Sind verletzt. Fühlen sich übervorteilt und wie ein mißhandelter Hund. Aber wollen Sie dem Verursacher nun auch noch die Kontrolle geben über das Jetzt? Oder gar die nächsten Stunden und Tage? Das kann nicht Ihr Ernst sein?! Tun Sie das auf keinen Fall. Begrüßen Sie – so blöd das jetzt klingt für Sie als getretenen Straßenköter – diese immense Energie. Das kann ein Meilenstein sein in Ihrer Entwicklung, glauben Sie mir. Die negative Energie der Vergeltungs- oder Rachsucht werden als ultimative Motivatoren immer wieder unterschätzt. Dabei sind es genau diese Einschnitte im Leben, die Sie im üblichen Trott unterbrechen. Sie zwingen inne zu halten und zu prüfen, was richtig lief oder läuft in Ihrem Leben oder Business. Und Maßnahmen zu ergreifen. Genau auf Letzteres kommt es an, tun Sie folgendes:

1. Was genau hat zu dem extrem unerfreulichen Ereignis geführt (es ist oft nicht ausschließlich der Andere und selbst wenn es ursächlich so ist, so haben Sie es mit sich machen lassen / zugelassen)?
2. Welche Maßnahmen können Sie ergreifen um eine analoge Situation künftig zu vermeiden oder zumindest deutlich unwahrscheinlicher zu machen – allerdings ohne sich dabei selbst zu stark zu verändern? Merke: Wer sich seine Grundsätze von Idioten versauen lässt, ist selber einer.
3. Versuchen Sie die Lektion schmunzelnd anzunehmen und fixieren Sie schriftlich, wo Sie Klarheit bekommen müssen … denn es geht immer um Undifferenziertheit im Vorfeld wenn mir B- und C-Pläne den Teppich unter den Füßen wegreißen können.
4. Suchen Sie sich für (3) ggf. einen Coach oder zumindest einen sehr guten Freund auf Augenhöhe, der Ihnen dabei hilft.

Je nach Heftigkeit des Ereignisses werden Sie über kurz oder lang IMMER profitieren von einem solchen konstruktiven Umgang.

Viel Erfolg.

PS. Der liebe Gott verpackt Deine Geschenke im Leben immer in unhandliche, oft schwer zu öffnende Päckchen … huch, hatte ich das nicht schon mal gesagt hier? ;-)

Haben Sie sich schon einmal so richtig ungerecht behandelt gefühlt? Sie sind wütend auf jemanden, der Sie subjektiv übervorteilt, benachteiligt, gelinkt, über den Tisch gezogen, kurz beschissen hat. Das Adrenalin pumpt in ihren Schläfen, Sie sind nicht mehr fähig sich zu konzentrieren oder richtig zu reagieren und könnten aus der Haut fahren? Dann lesen Sie weiter, es könnte Ihnen viel Ärger ersparen.

Der Begriff der Motivation bezeichnet gemäß Wikipedia Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten, basierend auf emotionaler und neuronaler Aktivität. Motivation sei somit die Triebkraft für Verhalten. Demnach geht es nicht nur im positiven Sinne um richtiges, also zielführendes Verhalten. Sondern auch um sinnvolles Selbst-Konditionieren, Sich-zurückhalten bzw. die daraus resultierende, überlegte Reaktion und Handlung. Man könnte das auch weniger geschwollen ausdrücken: Es geht darum, nie auszuflippen, wenn man bis aufs Blut gereizt wird. Und darum, zu versuchen das Geschehene einzuordnen und die langfristig richtigen Schritte zu gehen. Wenn Sie folgenden Notfallplan sukzessive abarbeiten, gehen Sie mit Reizen und subjektiv extremen Ungerechtigkeiten smarter und damit gesünder und erfolgreicher um:

1. Analyse: Ihnen ist aus Ihrer Sicht Unrecht getan worden. Das ist für Sie Fakt. Denken Sie zunächst über die Rolle des Verursachers nach. Was geht in ihm oder ihr vor? Handelte Ihr Gegenüber aufgrund eigenem Standpunkt zumindest in Teilen nachvollziehbar? Welche Informationen hatte er oder sie oder hatte er oder sie nicht, die zur Provokation geführt haben? Versuchen Sie zumindest ein einziges Argument zu finden, das Ihr Gegenüber entlasten könnte. Tun Sie es, jetzt!

2. Veränderung. Betrachten Sie Ihre Wut von außen. Wenn Sie drohen außer Kontrolle zu geraten, ändern Sie Ihren Zustand. Stehen Sie auf. Recken Sie die Arme in die Luft, versuchen Sie abwechselnd links und rechts sich streckend etwa Imaginäres zu greifen. Gehen Sie an die frische Luft, vor die Tür, auf den Balkon, ans Fenster und atmen Sie mit geschlossenen Augen zehn Mal tief, sehr tief ein und aus. Versuchen Sie dabei nicht an das Geschehene zu denken. Tun Sie es, jetzt!

3. Physis. Gehen Sie an einen anderen Ort zurück. Wenn Sie die nachteilige Aktion am Schreibtisch ereilt hat, gehen Sie jetzt an einen Tisch und setzen sich dort auf einen Stuhl. Mit Stift und Papier. Tun Sie es, jetzt!

4. Aufnahme. Definieren Sie ganz exakt die Folgen des subjektiv ungerechten Geschehens für Sie und ggf. weitere Betroffene (Familie, Freunde, Kollegen). Fixieren Sie diese von Ihnen angenommenen Folgen aus dem jetzt heraus und schriftlich. Soll heißen lassen Sie Ihre emotionalen Involvierungen im Vorfeld außen vor. Das kann schwer fallen. Wenn man zum Beispiel über ein Jahr lang viel Herzblut in ein Projekt investiert hat und dieses Engagement wird nun mit Füßen getreten, dann ist das erst einmal schier unerträglich. Schreiben Sie dennoch möglichst emotionslos Fakten auf, die ab jetzt folgen. Tun Sie es, jetzt!

5. Bewertung. Können Sie mit diesen, nun vor Ihren Augen schriftlich fixierten Folgen leben? Ist es wirklich noch ein Weltenbrand oder “nur” ein schmerzlicher Einschnitt in Ihrem Leben? Vielleicht sogar über einen längeren Zeitraum betrachtet eine wichtige Lektion, die Sie gewappnet hat für das weitere Leben? Glauben Sie mir, es ist sehr oft so. Ohne pathetisch zu werden und ohne zuviel Transzendenz zu bemühen: Gott verpackt Ihre wahren Geschenke im Leben in lauter kleine und große Probleme.

6. Ihre klügst-mögliche Reaktion. Die Wut ist zwar noch nicht verflogen, aber sie ist ein wenig relativiert. Das Wichtigste: Sie sind wieder Herr bzw. Frau über Ihre Emotionen. Sie haben sich im Griff und sind wieder am persönlichen Ruder. Darum geht es immer. Dann stellen Sie sich jetzt die letzte und wichtigste Frage, nämlich die für Ihr ganzes Leben, betreffend den Umgang mit hitzigen Situationen: Wollen Sie jetzt Recht haben oder langfristig in Ihrem kostbaren Leben weiterkommen? Bringen Sie diese Sache zu einem sauberen Ende mit einem Verhalten, das für Dritte als Vorbild dienen könnte. Und verstoßen Sie dabei keinesfalls gegen Ihre eigene Moral.

Denken Sie darüber nach, viel Erfolg.

PS: Bedenken Sie, dass weltweit in jeder Sekunde und überall teils schlicht subjektive aber auch sehr viele objektive Ungerechtigkeiten viel größeren Ausmaßes und mit viel größeren Folgen passieren. Ihr Problem ist für Sie jetzt und momentan extrem. Aber denken Sie auch mal zurück: Hatten nicht auch Ihre schlimmsten Niederlagen und Kränkungen aus der Vergangenheit etwas langfristig Gutes? Und sei es nur die bittere Erfahrung, die Sie härter, smarter und dadurch gewappneter gemacht haben? Ganz, ganz sicher ist dem so … ;-)

Man mag sie leiden oder nicht diese “Best-of-Listen”, Spaß machen sie meistens. Wer also abstrahieren kann von den werblich-amerikanischen Superlativ-Überschriften, der profitiert immer wieder mal.

Heute lasse ich meine Leser – und tatsächlich sind es verblüffend viele, bedenkt man meine Schreibfaulheit der letzten Monate – teilhaben an einem viel zitierten Webfund gerade eben. Auf Brain Pickings habe ich gerade eine Liste Die sieben besten Bücher über Optimimus gefunden. Ist leider alles in Englisch, also werden einige in die Röhre kucken. Wer allerdings ein bißchen mit Amazon.com und Amazon.de spielt, findet die eine oder andere deutsceh Version der vorgestellten Bücher. Viel Spaß beim Schmökern über den Optimimus.

PS: Denken Sie immer an Schimon Peres, der einmal sehr treffend gesagt hat „Pessimismus ist Zeitverschwendung“.

Körperliche Fitness bis ins hohe Alter ist kein Geschenk. Sie ist ein Resultat. Das Ergebnis eines pro-aktiven Lebensstils mit sinnvollen, erfüllenden Teilzielen und (!) … dazu passendem Handeln. Ich kenne 50-, ja teils Mittvierzigjährige, die sich eine Glatze wachsen und den Bierbauch schwillen lassen und vor dem Fernseher lamentieren. Dabei schimpfen Sie in aller Regel nur über eines: deren selbst herbei geführtes Leben.

Das Alter ist weder Krankheit noch eine Behinderung. Auch wenn das allenthalben hinter vorgehaltener Hand behauptet wird. Es treibt mir die Freudentränen in die Augen, wie die wunderbare Johanna Quaas die koportierten Vorurteile über das Alter einfach beiseite schiebt und schmunzelt. Sehen Sie dieses Kurzvideo an und beobachten Sie live, was man mit 86 Jahren so alles machen kann:

Ist das Leben nicht schön?

Der Vater eines guten Freundes von mir ist gestorben. Der Tod war absehbar, der Vater schon viele Jahre schwer krank. Als der unweigerlich letzte Moment irgendwann gekommen war, traf es den Freund dennoch wie ein Donnerschlag. Einige Wochen nach der Beerdigung sagte der Freund einen schicksalhaften Satz: “Ich setze keine Kinder in die Welt. Wer nicht geboren wird, muss schon nicht sterben.”

“Wer nicht geboren wird, der muss schon nicht sterben.” An diesem Gedankenspiel ist zunächst nichts ‘objektiv Unwahres’.  Mir jedoch drängt sich sofort der wunderbare US-Streifen ‘Ist das Leben nicht schön?’ mit James Stewart aus den 40er Jahren ins Gedächtnis. Ein meiner Ansicht nach in seiner Leichtigkeit und dennoch philosophischen Tiefe epochales Werk von Regisseur Frank Capra. Das Schicksal manövriert George Bailey, gespielt von besagtem Stewart, in eine scheinbar ausweglose Lage. Mit einem Schlag verliert der glückliche Familienvater und Vorzeigebürger seine Existenz und steht vor dem Nichts. In seiner Verzweiflung – und wir verkürzen hier aus Platzgründen bewusst – spricht der sonst eher ungläubige Realist Gott an und bittet um Hilfe. Als auch dieses ‘letzte Mittel’ nicht zu wirken scheint, gibt er auf und wünscht sich, nie geboren zu sein.

Als er aus diesem Tagtraum erwacht, hat ihn Gott der Allmächtige tatsächlich in diese Lage versetzt, die Situation als externer Beobachter erleben zu dürfen ‘nie geboren zu sein’. Er kehrt in eine fiktive, wenn auch völlig real wirkende Welt zurück, in der es nie einen George Bailey gegeben hat. Und ist durch und durch entsetzt von dem, was er sieht. Die kleine, amerikanische Nachkriegsstadt scheint sich samt ihrer dem guten Bailey wohl bekannten Bevölkerung von Grund auf anders entwickelt zu haben. So wird ihm die Gnade zu teil, erleben zu dürfen, wie eine Welt ohne ihn aussähe. Nach einiger Zeit als neutraler Beobachter dieses subjektiven Trauerspiels mit den weitreichend negativen Folgen entbrennt sein Wunsch von neuem, einfach nur wieder der Alte zu sein. Vor allem aber natürlich am Leben. Auch diese Gnade wird ihm zuteil und man mag Hollywood aus dramaturgischen Gründen das schwulstige Happy end verzeihen.

Worauf ich hinaus will ist folgendes. Der belanglos dahin geplapperte Satz “wenn ich doch nie geboren wäre” sollte wirklich konsequent zu Ende gedacht werden. Philosophisch gesehen hat jedes Leben einen Wert an sich. Darüber hinaus werden wir niemals wissen, warum diese unsere Existenz ‘ist’ und nicht ‘nicht ist’. Schließlich – und davon ist der Verfasser dieser Zeilen fest überzeugt – hat jedes Leben genau den Wert, den sein Interpret – also wir selbst ihm geben. ‘Ist das Leben nicht schön?’ ist nicht nur in der Vorweihnachtszeit eine herrliche Bereicherung. Schauen Sie sich hier kurz das Zwiegespräch George Baileys alias James Stewart mit seinem Schöpfern an (leider nur auf Englisch). Hier klicken. Und dann besorgen Sie sich unbedingt diesen Streifen und machen Sie sich damit einen wirklich schönen Abend in Ihrem wunderschönen Leben. Bis bald!

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